SALZBURG – Nur wenige Tage vor dem offiziellen Start der Salzburger Osterfestspiele, die nun unter der künstlerischen Leitung von Nikolaus Bachler stehen, enthüllten Bachler und Markus Hinterhäuser, der Intendant der Sommerfestspiele, die Details für die kommenden Spielzeiten. Bachler, dessen Amtszeit Anfang September begann, präsentierte dabei erstmals sein eigenes Programm, wohingegen Hinterhäuser, welcher die Sommerfestspiele bereits seit 2017 leitet, die anstehenden Festspielsommer bis ins Jahr 2026 umriss. Beide kündigten ein künstlerisch anspruchsvolles Programm an, das darauf abzielt, auch jüngere Generationen anzusprechen und sich mit den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Das Programm der Osterfestspiele konzentriert sich auf eine zentrale Opernproduktion: Richard Wagners „Tannhäuser“, unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann und inszeniert von Romeo Castellucci. Die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Residenzorchester der Osterfestspiele, wird diese Produktion begleiten. Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit dem Theater an der Wien zwei weitere Opern, Georg Friedrich Händels „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ und Claudio Monteverdis „L’Orfeo“, präsentiert. Bachler betonte, dass die Osterfestspiele ein „Nischenprodukt“ seien, das er mit großer Leidenschaft leite. Trotz höherer Ticketpreise strebt er an, auch ein jüngeres Publikum zu erreichen, beispielsweise durch spezielle Studentenangebote. Die Kooperation mit dem Theater an der Wien sei entscheidend, um das Angebot über Wagner hinaus zu erweitern und eine „kleine, aber feine“ Alternative zu bieten. Markus Hinterhäuser stellte die Pläne für die kommenden Salzburger Sommerfestspiele vor, die jährlich drei neue Opernproduktionen umfassen werden. Für 2024 sind Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze di Figaro“ unter der Regie von Martin Kušej und der musikalischen Leitung von Joana Mallwitz sowie Luigi Nonos „Intolleranza 1960“, inszeniert von Jan Lauwers und dirigiert von Ingo Metzmacher, geplant. Die Wiener Philharmoniker werden als Residenzorchester auftreten. Für 2025 wurden bereits Richard Strauss’ „Salome“ und Antonín Dvořáks „Rusalka“ angekündigt. Hinterhäuser unterstrich die zentrale Bedeutung der Oper für die Festspiele und führte zudem das Konzept der „Festspielzeit“ ein – eine flexiblere Plattform für kürzere Projekte und neue Formate, die über den traditionellen Rahmen hinausgehen sollen. Die übergreifende Philosophie beider Intendanten lässt sich mit Hinterhäusers Satz „Klassik muss sich einmischen“ zusammenfassen. Kunst dürfe sich nicht allein auf die Ästhetik beschränken, sondern müsse die Welt reflektieren und zum Nachdenken anregen. Dies spiegelt das „Salzburger Prinzip“ wider, das auf einzigartige Produktionen von höchster Qualität setzt. Mut, Relevanz und Offenheit sind dabei die Leitprinzipien. Die Zusammenarbeit zwischen Bachler und Hinterhäuser wird als harmonisch und komplementär beschrieben. Bachler, der als Geschäftsführer für die Osterfestspiele fungiert, sieht sich als „Ermöglicher“ für die künstlerischen Visionen von Hinterhäuser und Thielemann und kümmert sich um die organisatorischen und finanziellen Aspekte. Hinterhäuser bestätigte die gute Dynamik und den gegenseitigen Respekt in ihrer Zusammenarbeit. Finanziell beläuft sich das Gesamtbudget der Salzburger Festspiele (Sommer-, Oster- und Pfingstfestspiele) für 2024 auf 83,5 Millionen Euro, ein Anstieg gegenüber den 70 Millionen Euro im Jahr 2018. Die Festspiele haben eine erhebliche wirtschaftliche Auswirkung: 326 Millionen Euro für Österreich und 269 Millionen Euro allein für Salzburg. Trotz dieser positiven Effekte stellen steigende Kosten durch Inflation eine Herausforderung dar. Preisanpassungen bei den Tickets wurden daher moderat gehalten. Die Festspiele werden von Bund, Land und Stadt subventioniert; eigene Einnahmen und Sponsoring sind jedoch essenziell, um eine Selbstfinanzierungsquote von 70 Prozent anzustreben. Insgesamt wird der Fokus auf künstlerische Exzellenz und die Etablierung Salzburgs als unverwechselbares Zentrum der Kultur beibehalten, mit einem klaren Blick auf die Zukunft und die Ansprache eines breiteren Publikums.