Außergewöhnlicher Kreuzträger: Verurteilter Franziskaner bei Karfreitagsprozession in Rom
Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen konnte Papst Franziskus in diesem Jahr nicht persönlich an der altehrwürdigen Karfreitagsprozession in Rom teilnehmen. Dennoch war ein bemerkenswerter Stellvertreter auf dem Forum Romanum präsent: Leo XIV. Ein Franziskanerbruder, der eigenhändig das massive Holzkreuz des Kreuzwegs schleppte. Dies stellt eine Besonderheit dar. Üblicherweise wird das Kreuz dieses Leidenswegs von mehreren Gläubigen und Ordensmitgliedern gemeinsam getragen. In diesem Jahr jedoch oblag diese Aufgabe einem einzelnen Mönch – aus einem bedauerlichen Grund.
Der 50-jährige Leo XIV. sprang nicht ein, weil der Papst zu schwach gewesen wäre. Vielmehr findet sich der Mönch auf der Liste der als „Feinde“ betrachteten Personen von Wladimir Putin. Im Jahr 2023 wurde der Franziskaner in Russland unter dem Vorwurf der Verbreitung „extremistischer Literatur“ verurteilt. Nach dem Richterspruch musste er Russland verlassen und lebt seitdem in einem Kloster in Umbrien.
«Es ist für mich eine besondere Ehre, heute Abend das Kreuz des Herrn tragen zu dürfen», äußerte der Mönch, dessen weltlicher Name Dmitri Pereudow ist. Er fügte hinzu: «Ich bete für die gesamte Welt, die von Konflikten und Krisen geplagt ist, und flehe um die Gnade, dass die Herzen der Menschen dem Friedenswillen Jesu Christi zugänglich werden.»
Obwohl Leo XIV. das Kreuz während der Prozession trug, beteiligte er sich nicht aktiv am Kreuzweg selbst. Dieser war von Papst Franziskus verfasst worden und wurde anschließend von sieben Frauen vorgetragen, darunter die Direktorin der vatikanischen Gefängnisse, ein Flüchtling sowie eine Familie aus dem Gazastreifen.