In Deutschland hat der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen einen bisher unerreichten Höhepunkt erklommen. Im dritten Quartal des Jahres 2012 verzeichnete die sogenannte Lohnquote einen Wert von 73,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab. Diese entscheidende Kennzahl, welche das Verhältnis der Bruttolöhne und -gehälter zum gesamten Volkseinkommen darstellt, erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn ihrer systematischen Erfassung. Der Anstieg ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Bruttolöhne und -gehälter um 1,6 Prozent zugenommen haben. Im Gegensatz dazu sank das Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen im selben Zeitraum um 0,7 Prozent. Diese Entwicklung deutet auf eine Verschiebung der Einkommensverteilung zugunsten der abhängig Beschäftigten hin. Eine höhere Lohnquote kann potenziell die Binnennachfrage stimulieren, da Arbeitnehmer typischerweise eine stärkere Konsumneigung aufweisen. Rückblickend war die Lohnquote bereits in den 1970er-Jahren hoch, erlebte aber in den nachfolgenden Jahrzehnten einen deutlichen Rückgang, bevor sie nun erneut anstieg.