Anstieg der Verkehrstoten in Österreich im Jahr 2023
Österreich verzeichnete im Jahr 2023 einen Anstieg der Verkehrstoten, wodurch die Gesamtzahl auf 381 Personen anwuchs. Dies entspricht einer Zunahme von 4,4 Prozent im Vergleich zu 2022 und markiert den höchsten Wert seit sechs Jahren, genauer gesagt seit 2017.
Nachdem die Statistik der tödlichen Verkehrsunfälle über mehrere Jahre hinweg tendenziell rückläufig war – mit einer geringfügigen Ausnahme zwischen 2021 und 2022 – zeigt sich nun ein klarer Aufwärtstrend. Der niedrigste Stand in jüngerer Vergangenheit wurde im Pandemie-Jahr 2020 mit 310 Todesfällen erreicht.
Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) informierte am Dienstag darüber, dass im Jahr 2023 diverse Verkehrsteilnehmergruppen ihr Leben auf österreichischen Straßen verloren: 154 Insassen von Personenkraftwagen, 86 Motorradfahrer, 49 Radfahrer, 47 Fußgänger sowie 17 Mopedfahrer. Besonders hervorzuheben ist der deutliche Anstieg bei den Radfahrern, bei denen ein Zuwachs von 15 Todesopfern gegenüber dem Vorjahr (von 34 auf 49) zu verzeichnen war.
Mit 77 Todesfällen verzeichnete Oberösterreich die höchste Anzahl an Verkehrstoten. Niederösterreich folgte mit 70 Opfern, die Steiermark mit 66. Weitere Zahlen umfassten 33 Todesfälle in Tirol, 31 in Salzburg, 28 im Burgenland, jeweils 25 in Wien und Kärnten sowie 26 in Vorarlberg.
Gewessler betonte die tragische Natur jedes einzelnen Todesfalls im Straßenverkehr und bekräftigte das übergeordnete Ziel der „Vision Zero“, das heißt, gänzlich auf Verkehrstote und Schwerverletzte zu verzichten. Sie unterstrich die Notwendigkeit, nicht nur unversehrt ans Ziel zu gelangen, sondern auch sicher wieder zurückzukehren.
Die Ministerin hob konkrete Initiativen hervor, darunter die Erweiterung der Radverkehrsinfrastruktur, den sogenannten Radbonus sowie die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Darüber hinaus erwähnte sie spezifische Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Radfahrern, wie die verpflichtenden reflektierenden Warnwesten außerhalb geschlossener Ortschaften bei schlechter Sicht oder Dunkelheit und neue Abbiegeregeln für Lastkraftwagen. Sie beschrieb diese Initiativen als „Puzzleteile“, die zur Steigerung der allgemeinen Verkehrssicherheit beitragen sollen.
Sie betonte die kollektive Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer, aufeinander zu achten, umsichtig und rücksichtsvoll zu agieren. „Es liegt an uns allen, die Sicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen“, so ihre abschließende Bemerkung.