Der ehemalige Formel-1-Fahrer und spätere mehrfache Paralympics-Champion im Handbike, Alessandro Zanardi, ist im Alter von 57 Jahren verstorben. Die Nachricht wurde am Dienstag von der „Gazzetta dello Sport“ verbreitet. Sein Tod erfolgte fünf Jahre nach einem schweren Zwischenfall mit seinem Sportgerät. Am 19. Juni 2020 ereignete sich für Zanardi in der Toskana ein schwerwiegender Unfall: Während eines Staffellaufs stieß er auf einer Landstraße mit seinem Handbike frontal mit einem Lastwagen zusammen. Infolge dieses Vorfalls zog sich der ehemalige Rennprofi erhebliche Kopfverletzungen zu, die zahlreiche Operationen und eine längere Zeit im Koma nach sich zogen. Berichten zufolge hatte sich sein Zustand in den letzten Wochen nochmals verschlechtert. Zanardi war weithin als inspirierende Persönlichkeit und Inbegriff von Widerstandsfähigkeit und Zuversicht bekannt. Bereits im Jahr 2001 verlor er bei einem gravierenden Formel-1-Unglück auf dem Lausitzring beide Beine. Unbeirrt von diesem Schicksalsschlag kämpfte sich der Italiener mit Prothesen in den Motorsport zurück. Anschließend etablierte er sich als äußerst erfolgreicher Handbiker. Bei den Paralympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro errang er jeweils zwei Goldmedaillen und konnte zudem acht Weltmeistertitel für sich verbuchen. Zanardis sportlicher Werdegang startete im Kartsport, führte ihn weiter in die Formel 3000 und schließlich in die Formel 1, wo er für Teams wie Jordan, Minardi und Lotus antrat. Die bedeutendsten Erfolge im Formelsport erzielte er allerdings in den Vereinigten Staaten, genauer gesagt in der CART-Serie, in der er zwei Meisterschaften für sich entschied und zum gefeierten Star avancierte. Sein Comeback in der Formel 1 bei Williams im Jahr 1999 verlief ohne den gewünschten Erfolg. Anschließend fuhr er weiterhin Tourenwagen, bis es im Jahr 2001 zu dem folgenschweren Formel-1-Unglück kam. Nach seiner Genesung und dem Erlernen des Gehens mit Beinprothesen nach dem Formel-1-Unglück kehrte er in den Rennsport zurück und feierte sogar Siege in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC). Danach widmete er sich dem Handbike-Sport, in dem er zu einem vielbejubelten Paralympics-Champion aufstieg. Seine beeindruckende Lebensgeschichte diente weltweit als Quelle der Inspiration.