Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) schlägt Alarm: In Mecklenburg-Vorpommern (MV) leiden immer mehr Menschen unter Schlafstörungen, wobei junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren besonders betroffen sind. Eine aktuelle Analyse der KKH, die auf Krankschreibungsdaten der Jahre 2011 bis 2021 basiert, zeigt einen besorgniserregenden Trend auf. Im gesamten Bundesland ist die Zahl der Diagnosen aufgrund von Schlafstörungen in diesem Zeitraum um 42 Prozent gestiegen. Bei den 18- bis 30-Jährigen verzeichnete die Kasse sogar einen Anstieg von 51 Prozent. Auch die Altersgruppen der 31- bis 50-Jährigen und der 51- bis 60-Jährigen sind betroffen, mit Zuwächsen von 42 beziehungsweise 38 Prozent. Bemerkenswert ist, dass Frauen in der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen mit einem Anstieg von 54 Prozent deutlich häufiger betroffen sind als Männer, bei denen der Anstieg 29 Prozent betrug. Dieser Trend in Mecklenburg-Vorpommern übertrifft den bundesweiten Durchschnitt deutlich. Während die Schlafprobleme bei jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren deutschlandweit um 37 Prozent zunahmen, ist der Anstieg in MV mit 51 Prozent wesentlich höher. Als Ursachen für diese Entwicklung vermutet die KKH die zunehmende digitale Dauererreichbarkeit durch Smartphones und soziale Medien, die es jungen Menschen erschwert, abzuschalten. Hinzu kommen hohe Belastungen durch Schule, Studium, Beruf und Privatleben. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt zusehends, und die COVID-19-Pandemie hat diesen Zustand zusätzlich verschärft. Während der Pandemie kam es oft zu einem höheren Medienkonsum, unregelmäßigeren Tagesabläufen und weniger sozialen Kontakten und körperlicher Aktivität, was den Schlaf negativ beeinflusst hat. Die Folgen von anhaltendem Schlafmangel sind vielfältig und ernst: Sie reichen von Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit über Leistungseinbußen bis hin zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und psychische Beschwerden. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt die KKH einige Maßnahmen für eine bessere Schlafhygiene: * Einhalten regelmäßiger Schlaf- und Wachzeiten. * Entspannungsrituale vor dem Schlafengehen, wie Lesen oder ruhige Musik. * Verzicht auf Bildschirme (Smartphone, Tablet, PC, TV) mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen. * Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. * Vermeidung schwerer Mahlzeiten, Alkohol und koffeinhaltiger Getränke am Abend. * Sicherstellung einer dunklen, ruhigen und kühlen Schlafumgebung. * Bei anhaltenden Problemen ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und gegebenenfalls eine Schlafambulanz oder ein Schlaflabor aufzusuchen.