Die Parlamentarier der AfD-Bundestagsfraktion trafen sich für eine zweitägige interne Beratung im Spreewald. Obwohl die Partei von internen Querelen geprägt ist, stellte sie sich nach außen hin geschlossen dar. Die Konzentration lag auf der zukünftigen strategischen Ausrichtung sowie der bevorstehenden Landtagswahl in Brandenburg; kontroverse parteiinterne Themen wurden bewusst nicht behandelt. Alice Weidel, eine der Fraktionsvorsitzenden, hob hervor, wie entscheidend „geschlossene Reihen“ seien und mahnte dazu, „überflüssige Diskussionen“ zu umgehen. Ihr Kollege an der Fraktionsspitze, Tino Chrupalla, plädierte ebenfalls für eine Rückkehr zur „Sachpolitik“ und nutzte die Zusammenkunft, um die amtierende Bundesregierung scharf zu kritisieren. Die Führungsebene der AfD sieht sich einem wachsenden Druck des radikalen Flügels gegenüber, der maßgeblich vom Thüringer Landeschef Björn Höcke beeinflusst wird. Diese Strömung hat in der jüngsten Vergangenheit wiederholt die etablierten parteiinternen Strukturen zu hinterfragen versucht. Aktuelle Beispiele für innerparteiliche Spannungen inkludierten Bestrebungen, den Europaabgeordneten Maximilian Krah aufgrund kritischer Äußerungen zu exkludieren, Diskussionen um den Bundestagsabgeordneten Petr Bystron sowie vereinzelt radikale Äußerungen von Mandatsträgern wie Harald Weyel. Ein zentrales Anliegen der Klausurtagung war die Ausarbeitung eines „Deutschland-Plans“ für die bevorstehende Europawahl. Dieser Plan sieht unter anderem eine verschärfte Migrationspolitik, die Einführung weiterer Volksabstimmungen und einen potenziellen Austritt aus der Europäischen Union vor. Beratungen drehten sich um Themen wie die aktuelle wirtschaftliche Situation Deutschlands, die Problematik hoher Energiepreise und die Migrationspolitik. Persönliche Auseinandersetzungen oder kontroverse Aussagen einzelner Parteimitglieder wurden hingegen absichtlich ausgeblendet. Angestrebt wurde, Kompetenz und die Fähigkeit zur Regierungsübernahme zu demonstrieren, insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, wo die AfD laut aktuellen Umfragen derzeit die stärkste politische Kraft darstellt. Stephan Brandner, ein umstrittenes Mitglied des Bundestages und enger Vertrauter des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke, versuchte, die internen Spannungen zu verharmlosen, indem er erklärte: „Die Differenzen sind bei weitem nicht so ausgeprägt, wie sie bisweilen nach außen hin erscheinen.“ Vielmehr solle der Fokus auf die „Arbeit“ und deutliche Angriffe auf die amtierende „Ampel“-Koalition gelegt werden. Laut Berichten der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ fand das Treffen in Burg im Spreewald statt und war vorrangig auf die bevorstehende Landtagswahl in Brandenburg ausgerichtet. In Brandenburg führt die AfD in den aktuellsten Umfragen mit einem erheblichen Vorsprung vor der SPD und der CDU. Die Klausurtagung schloss mit einem eindringlichen Aufruf zu Einigkeit und zur Fokussierung auf wesentliche Forderungen, um die vorherrschende Unzufriedenheit mit der Bundesregierung gezielt für eigene Zwecke nutzen zu können.