Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) offenbart, dass jedes zehnte Unternehmen in Deutschland seinen Beschäftigten Wohnraum anbietet. Diese Maßnahme dient primär dazu, Fachkräfte zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden. Ein weiterer Aspekt ist die soziale Unterstützung und Integration der Angestellten. Besonders häufig ist diese Praxis bei größeren Firmen anzutreffen: Fast 20 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden stellen Wohnungen bereit. Bei kleineren Betrieben mit weniger als 50 Angestellten liegt der Anteil bei etwa acht Prozent. Prominente Beispiele sind seit Langem bestehende Angebote wie die Wohnungen der Deutschen Bahn. Überdurchschnittlich oft werden Mitarbeiterwohnungen in Sektoren wie dem Tourismus, der Gastronomie und der Pflegebranche angeboten. Hierbei handelt es sich oft um Unterkünfte, die entweder im Besitz des Unternehmens sind, von Dritten angemietet werden oder durch Mietzuschüsse finanziell unterstützt werden. Ziel ist es, in Gebieten mit hohen Wohnkosten bezahlbaren Lebensraum zu schaffen. Die Studie identifiziert jedoch auch Hürden für Unternehmen, die sich engagieren möchten. Hohe Baukosten und bürokratische Prozesse erschweren die Umsetzung. Zudem besteht die Sorge vor der Entstehung von "Firmenstädten", bei denen die Abhängigkeit der Bewohner vom Arbeitgeber zu groß werden könnte. Das IW schlägt daher vor, die bürokratischen Anforderungen zu reduzieren und steuerliche Anreize für Unternehmen zu schaffen, die in Mitarbeiterwohnungen investieren oder diese subventionieren. Dies soll die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum fördern. Auch in der Politik ist das Thema präsent: Bundeskanzler Olaf Scholz brachte die Idee auf, dass Wohnungsbaugesellschaften im Gegenzug für staatliche Unterstützung "arbeitnehmerfreundliche" Mieten anbieten sollten.