In der Hauptstadt sorgt eine Finanzierung des Berliner Senats für hitzige Diskussionen: Der Verein „Each One Teach One“ (EOTO), der einen Kulturbetrieb samt Café führt, erhält für die Jahre 2023 bis 2025 rund 600.000 Euro an Steuergeldern. Der Grund für die Kontroverse liegt in der expliziten Ausrichtung des Vereins, die in Teilen als Ausschluss weißer Personen interpretiert wird. Ein auf TikTok veröffentlichtes Video und eigene Statements von EOTO haben die Debatte angefacht. Darin wird deutlich, dass der Verein seine Räumlichkeiten als „Safer Spaces“ für Schwarze, Indigene und People of Color (BIPoC) versteht. Obwohl EOTO nicht von einem generellen Verbot für weiße Menschen spricht, existieren klare Verhaltensregeln, die für diese Zielgruppe gelten. So werden „Weiße Menschen“ gebeten, sich bei Veranstaltungen nicht in den Vordergrund zu drängen, auf Zwischenrufe, Besserwisserei und Relativierungen zu verzichten. Stattdessen sollen sie zuhören und ins Gespräch kommen. Die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, die für die Förderung zuständig ist, verteidigt die Subventionen. Sie erklärt, EOTO leiste einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie und des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie zur Förderung von Kunst und Kultur, politischer Bildung und der Arbeit für eine vielfältige Gesellschaft ohne Rassismus. Politiker verschiedener Parteien äußerten jedoch scharfe Kritik. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete die Praxis als diskriminierend und unvereinbar mit dem Gleichheitsgrundsatz. Auch die AfD und die FDP verurteilten die Förderung von Organisationen, die vermeintlich rassistische Ausschlüsse praktizieren. Niklas Schrader, innenpolitischer Sprecher der Linken, nahm den Verein in Schutz und stellte klar, dass es sich nicht um ein „normales“ Café handle, sondern um einen kulturpolitischen Treffpunkt. Seit 2013 hat EOTO bereits über 2 Millionen Euro an staatlicher Förderung erhalten, was die langfristige Unterstützung des Vereins durch öffentliche Mittel unterstreicht.