Magdeburg (dpa/sa) – Katja Pähle, die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, übte scharfe Kritik an den migrationspolitischen Äußerungen der AfD und sprach sich gleichzeitig für eine stringentere Linie in der Asylpolitik aus. Pähle erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die AfD instrumentalisiere die gegenwärtige Migrationsdiskussion, um Furcht und Zwietracht zu säen. Sie warf der AfD vor, keine konstruktiven Lösungen anzubieten, sondern ausschließlich Hass und Anfeindung zu verbreiten. Eine mögliche „Große Koalition“ mit der AfD, wie von deren Bundesvorsitzendem Tino Chrupalla angedeutet, wies Pähle kategorisch zurück. Sie stellte klar: „Dies ist völlig realitätsfern, da keinerlei inhaltliche Übereinstimmungen existieren.“ Parallel dazu plädierte die Sozialdemokratin für eine Neuausrichtung der Migrationspolitik. „Ein merklich strengerer Ansatz in der Migrationspolitik ist unerlässlich“, so Pähle. Dies umfasse eine signifikante Steigerung der Rückführungen von Asylbewerbern, deren Anträge abgelehnt wurden. Darüber hinaus seien beschleunigte Verfahrensabläufe, eine optimierte Ressourcenausstattung der zuständigen Ämter, die entschlossene Verfolgung von Schleuserbanden sowie unmissverständliche Integrationsvorschriften vonnöten. Wer diesen Regeln nicht Folge leistet, müsse mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Es sei unerlässlich, die Kommunen in dieser Lage nicht sich selbst zu überlassen, sondern sie aktiv durch Unterstützung von Bund und Land zu entlasten. Diejenigen, die in Deutschland bleiben, müssten eine reale Integrationsperspektive erhalten. „Hierzu zählt maßgeblich die Eingliederung in den Arbeitsmarkt“, betonte Pähle. Bereits jetzt bestünde in zahlreichen Sektoren ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Mit ihren Forderungen positioniert sich die SPD-Fraktionsvorsitzende im Einklang mit der CDU-Landeschefin und Innenministerin Tamara Zieschang (CDU), die sich kürzlich ebenfalls für eine wesentlich resolutere Migrationspolitik aussprach. Der Ursprung dieser Forderungen liegt in der gesamtdeutschen Debatte um die Migrationspolitik, welche auch innerhalb der SPD intensive Diskussionen hervorruft. Mehrere prominente SPD-Politiker, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD), hatten in den vergangenen Wochen bereits einen verschärften Kurs in der Migrationspolitik eingefordert.