Joachim Wuermeling, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, plädierte am Mittwoch nachdrücklich für die zügige Implementierung eines digitalen Euro. Er betonte die Notwendigkeit, Europas Position im globalen Wettbewerb zu sichern und hob hervor, dass diese Einführung maßgeblich zur Stabilität und Konkurrenzfähigkeit des europäischen Finanzsektors beitragen werde. Zugleich nahm er die Praxis der Lagerung deutscher Goldreserven außerhalb Deutschlands in Schutz. Wuermeling warnte, dass Europa ohne schnelles Handeln Gefahr laufe, die Kontrolle über digitale Zahlungsdienste an US-amerikanische Unternehmen oder private Stablecoin-Anbieter abzutreten. In Frankfurt erklärte er dazu: „Die Frage des digitalen Euro ist ausschlaggebend dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger Europas ihre finanzielle Eigenständigkeit bewahren können.“ Gemäß Wuermeling soll der digitale Euro sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen ein verlässliches, datenschutzfreundliches und zukunftsfähiges Zahlungsinstrument darstellen. Er sei hervorragend für alltägliche Transaktionen geeignet und solle künftig ergänzend zum Bargeld genutzt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Europäische Kommission arbeiten bereits seit Längerem an diesem Vorhaben. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wird voraussichtlich nach den Sommermonaten präsentiert. Gleichzeitig verteidigte der Bundesbank-Vorstand die fortgesetzte Lagerung der deutschen Goldreserven in Metropolen wie New York und London. Etwa die Hälfte des gesamten deutschen Goldbestandes, konkret rund 1700 Tonnen, befindet sich extern. Während Kritiker, insbesondere aus den Reihen der AfD, seit Längerem die vollständige Rückführung des Goldes nach Deutschland fordern, hob Wuermeling hervor, dass sich das Edelmetall dort befinde, wo dessen Einsatz am sinnvollsten sei. Wuermeling erläuterte: „In einer Krisensituation wären wir in der Lage, das Gold an den zentralen internationalen Handelsplätzen wie London oder New York rasch in Liquidität umzuwandeln.“ Er unterstrich die physische Existenz und Zugänglichkeit des Goldes und versicherte: „Die Bundesbank verfolgt eine offene und nachvollziehbare Strategie.“ Als Beispiel führte er an, selbst Goldbarren in den Tresoren in Paris besichtigt zu haben. Deutschland besitzt insgesamt 3359 Tonnen Gold. Über die Hälfte davon ist in den eigenen Tresoren in Frankfurt gelagert, der verbleibende Teil verteilt sich auf New York und London. Die zuvor in Paris gelagerten Bestände wurden von der Bundesbank bereits bis zum Jahr 2020 vollständig nach Deutschland zurückgeführt.