In Slowenien hat die noch junge Umweltpartei „Bewegung Freiheit“ (GS) unter ihrem Vorsitzenden Robert Golob bei der Parlamentswahl einen überraschenden und klaren Sieg errungen. Damit wurde der amtierende konservative Ministerpräsident Janez Janša und seine Slowenische Demokratische Partei (SDS) deutlich geschlagen, der auf eine weitere Amtszeit gehofft hatte. Die ungewöhnlich hohe Wahlbeteiligung unterstrich das große Interesse der Bevölkerung an diesem Urnengang. Golobs Partei, die erst kurz vor der Wahl gegründet wurde und sich auf Themen wie grüne Transformation und Klimaschutz konzentriert, sicherte sich über 34 Prozent der Stimmen. Im Vergleich dazu kam Janšas SDS lediglich auf etwa 23 Prozent. Dieses Ergebnis wird weithin als klare Ablehnung von Janšas Regierungsstil interpretiert. Dem scheidenden Premierminister wurden während seiner Amtszeit mehrfach Vorwürfe gemacht, die Rechtsstaatlichkeit sowie die Pressefreiheit untergraben und autoritäre Tendenzen gezeigt zu haben, was zu Vergleichen mit Ungarns Regierungschef Viktor Orbán führte. In seinen ersten Erklärungen nach dem Wahlerfolg kündigte Robert Golob an, Slowenien wieder zu einem „normalen Land“ formen zu wollen. Er betonte, die gesellschaftlichen Spaltungen überwinden und die demokratischen Prinzipien des Landes wieder stärken zu wollen. Für eine künftige Regierungskoalition kommen voraussichtlich die Sozialdemokraten (SD) und die Linke (Levica) als Partner infrage, wodurch die Freiheitsbewegung eine stabile Mehrheit im Parlament erzielen könnte. Der Ausgang dieser Wahl wird nicht nur innerhalb Sloweniens, sondern auch international als bedeutsames Signal wahrgenommen. Er deutet auf eine Absage an populistische Politik und eine Stärkung pro-europäischer, liberal-demokratischer Kräfte in der Region hin. Mit Golobs bevorstehender Übernahme des Premierministeramtes ist ein deutlicher Kurswechsel für das Land zu erwarten.