Ein palästinensischer Mann hat berichtet, im Westjordanland von einer Gruppe israelischer Siedler entführt, misshandelt und sexuell übergriffen worden zu sein. Der Vorfall ereignete sich angeblich am Mittwochabend in der Nähe von Beit Furik, einer Stadt östlich von Nablus. Der 20-jährige Mann erzählte der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa, er sei entführt, geschlagen und gefoltert worden. Laut seinen Angaben wurde er gezwungen, sexuelle Handlungen gegen seinen Willen zu vollziehen, darunter Oralverkehr, und sei mit einem Stock vergewaltigt worden. Die Täter sollen die Misshandlungen zudem gefilmt haben. Nach seiner Flucht wurde der Mann in einem Krankenhaus in Nablus medizinisch versorgt, wo Ärzte Spuren der Gewalttaten feststellten. Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte das Geschehen scharf und bezeichnete es als „hässliches Verbrechen“ und „Terrorismus“. Sie appellierte an die internationale Gemeinschaft, dringend Maßnahmen zu ergreifen. Auch die Vereinten Nationen äußerten sich „zutiefst beunruhigt“ und forderten eine umgehende Untersuchung der Vorwürfe. Die israelische Armee (IDF) bestätigte, einen Bericht über den Überfall auf einen Palästinenser erhalten zu haben, und erklärte, die Anschuldigungen zu prüfen. Die israelische Polizei hat ihrerseits Ermittlungen eingeleitet. Dieser mutmaßliche Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Gewalttaten im Westjordanland, die seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 deutlich zugenommen haben. Die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser hat sich verschärft. Ein UN-Bericht dokumentierte seit dem 7. Oktober 842 Angriffe von Siedlern. In Reaktion darauf haben die USA und die Europäische Union bereits Sanktionen gegen gewalttätige Siedler verhängt.