Milben zählen oft zu den am meisten verabscheuten Spinnentieren. Diese Ablehnung ist jedoch häufig ungerechtfertigt, denn die winzigen Gliederfüßer stellen eine weitaus artenreichere Gruppe dar als ihre im Allgemeinen größeren Spinnenverwandten. Tatsächlich ist die überwiegende Mehrheit der Milben für uns Menschen nicht nur ungefährlich, sondern erfüllt sogar wichtige ökologische Funktionen. Dennoch existieren auch jene Spezies, die Probleme verursachen. Der prominenteste Vertreter ist die Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus), die in praktisch jedem Haushalt anzutreffen ist. In unseren Betten und Matratzen leben oft Millionen dieser Kreaturen, die sich von abgestorbenen menschlichen Hautschuppen ernähren. Es sind ihre Kotpartikel, die bei sensiblen Personen eine Hausstauballergie auslösen können, welche sich in Form von Asthma, Neurodermitis oder Heuschnupfen äußern kann. Des Weiteren gibt es die unangenehmen oder 'schiaachen' Arten. Dazu gehören Skabiesmilben (Sarcoptes scabiei), die Krätze verursachen, unerträglichen Juckreiz hervorrufen und eine ärztliche Behandlung unumgänglich machen. Auch jene Milben, die aus Taubennestern auf den Menschen überwandern und durch ihre Bisse rote Hautflecken hinterlassen, fallen in diese Kategorie. Erfreulicherweise existieren auch die nützlichen Arten. Raubmilben, wie beispielsweise Hypoaspis miles, finden Anwendung in der biologischen Schädlingsbekämpfung, insbesondere im Gartenbau, wo sie sich von Schädlingen wie Spinnmilben oder Thripsen ernähren. Der Kampf gegen die Hausstaubmilbe gestaltet sich als anspruchsvoll. Eine komplette Eliminierung ist nahezu unerreichbar, jedoch ist eine signifikante Senkung der Allergenkonzentration von größter Bedeutung. Hierfür stehen mehrere Strategien zur Verfügung: Allergenundurchlässige Matratzenbezüge und Bettwäsche fungieren als Barriere, die den direkten Kontakt mit Milben und ihren Exkrementen verhindert. Sogenannte Akarizide sind chemische Substanzen, die Milben abtöten oder ihre Reproduktion behindern. Diese Produkte lassen sich auf Oberflächen wie Matratzen oder Teppiche auftragen. Eine alternative Option stellt der gezielte Einsatz von Raubmilben dar. Diese 'nützlichen' Milben verzehren die 'schädlichen' Hausstaubmilben. Diese Herangehensweise ist besonders ökologisch verträglich und verzichtet vollständig auf chemische Mittel. Sie lässt sich beispielsweise effektiv in Matratzen integrieren. Ergänzend tragen allgemeine Maßnahmen wie kontinuierliches Lüften, die Senkung der Raumluftfeuchtigkeit sowie das Waschen von Textilien bei hohen Temperaturen dazu bei, die Milbenpopulation wirksam zu verringern.