ifo-Umfrage: Mehrheit der deutschen Unternehmen befürchtet wirtschaftlichen Abschwung
Eine aktuelle Erhebung des renommierten ifo Instituts offenbart eine düstere Prognose für die deutsche Wirtschaft: Eine klare Mehrheit der Unternehmen, nämlich 63 Prozent, rechnet mit einer Eintrübung der allgemeinen Geschäftslage. Diese Zahl markiert einen erheblichen Anstieg im Vergleich zum Vormonat Dezember, wo noch die Hälfte der Betriebe mit einer ungünstigen Entwicklung kalkulierte. Parallel dazu schrumpfte der Anteil der Firmen, die eine positive Entwicklung erwarten, von 14 auf lediglich 10 Prozent.
Die Sorgen ziehen sich durch alle Wirtschaftszweige, wobei das Verarbeitende Gewerbe, der Einzelhandel und insbesondere das Baugewerbe besonders hart betroffen sind. Im produzierenden Sektor prognostizieren 66 Prozent der Firmen eine schlechtere Zukunft – im Dezember waren es noch 50 Prozent. Im Einzelhandel erwarten besorgniserregende 72 Prozent eine Verschlechterung, gegenüber 68 Prozent im Dezember. Am düstersten ist die Lage im Bausektor, wo 74 Prozent der Unternehmen mit einer Abwärtsentwicklung rechnen – ein deutlicher Sprung von 59 Prozent im Dezember. Auch der Dienstleistungssektor ist nicht immun; hier blicken 58 Prozent der Betriebe mit Skepsis in die kommenden Monate, im Dezember waren es 48 Prozent.
Als Hauptursachen für diese pessimistische Grundhaltung werden anhaltend hohe Energiekosten, Lieferkettenprobleme bei Materialien sowie der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften genannt. Angesichts dieser unsicheren Rahmenbedingungen sehen sich viele Unternehmen zum Handeln gezwungen. Die geplanten Gegenmaßnahmen umfassen ein breites Spektrum, von umfassenden Kostensenkungen und der Aussetzung von Investitionen bis hin zu potenziellen Stellenstreichungen.
Der ifo Geschäftsklimaindex, der als Barometer für die Stimmung in der deutschen Wirtschaft dient, verzeichnete im Januar einen erneuten leichten Rückgang und sank von 86,4 auf 85,9 Punkte. Klaus Wohlrabe, ein Konjunkturexperte des ifo Instituts, fasste die Ergebnisse mit der ernüchternden Feststellung zusammen: „Deutschland steuert auf eine Rezession zu.“