Brasilien: Gericht verbietet Lootboxen in 'Mario Kart Tour'
In Brasilien hat ein Richter eine wegweisende einstweilige Verfügung gegen Nintendo erlassen, die das populäre Mobile-Spiel 'Mario Kart Tour' betrifft. Richter João Marcos Buch qualifiziert die im Spiel verwendeten Zufallsmechaniken – die sogenannten 'Pipes' oder Gacha-Systeme – als illegales Glücksspiel. Besondere Besorgnis äußerte er hinsichtlich der gezielten Ansprache von Kindern und Jugendlichen durch diese Systeme.
Die gerichtliche Anordnung verpflichtet Nintendo, innerhalb einer Frist von 30 Tagen alle kostenpflichtigen Lootbox-Mechaniken aus 'Mario Kart Tour' für den brasilianischen Markt zu entfernen. Bei Zuwiderhandlung droht dem Unternehmen eine erhebliche tägliche Geldstrafe in Höhe von 50.000 brasilianischen Real.
In seiner Begründung zog Richter Buch Parallelen zu in Brasilien verbotenen 'Bingomaschinen' und betonte die potenziell ausbeuterische Natur der Lootboxen sowie das Risiko der Spielsucht. Die Tatsache, dass 'Mario Kart Tour' in Brasilien eine Altersfreigabe von 'L' (frei für alle Altersgruppen) besitzt, verstärke seiner Ansicht nach die Problematik der integrierten Glücksspielelemente.
Dieser Fall reiht sich ein in eine Reihe internationaler Debatten und rechtlicher Schritte gegen Lootboxen, die bereits in Ländern wie Belgien und den Niederlanden zu Einschränkungen geführt haben. Nintendo hat sich bislang nicht offiziell zu der Gerichtsentscheidung geäußert. Das Urteil könnte jedoch weitreichende Auswirkungen auf die Monetarisierungsstrategien von Videospielen in Brasilien und möglicherweise auch in anderen Regionen nach sich ziehen.