Das Europäische Parlament hat seine Zurückhaltung gegenüber dem Abkommen mit den USA über den Handel mit Industriezöllen, auch bekannt als „Mini-Deal“, beendet. Diese Einigung, offiziell als ACC-Abkommen bezeichnet, zielt darauf ab, Zölle auf eine Reihe von Industrieprodukten zu eliminieren. Zu den betroffenen Gütern zählen unter anderem lebende und tiefgekühlte Hummer, diverse verarbeitete Meeresfrüchte, Feuerzeuge, bestimmte Fertigmahlzeiten sowie Bleikristallglas. Die Bestimmungen dieses Deals werden bereits seit Anfang 2021 vorläufig angewandt. Die vorherige Blockade durch das Parlament resultierte aus einer Auseinandersetzung über die Rolle und Einbindung der Sozialpartner – also Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände – in die Gestaltung und Überwachung der europäischen Handelspolitik. Das Parlament forderte nachdrücklich präzisere und verpflichtendere Richtlinien für deren Beteiligung an der Umsetzung und Kontrolle von Handelsabkommen. Nach intensiven Verhandlungen erzielten die Europäische Kommission, der Rat und das Parlament eine gemeinsame Erklärung. Diese Übereinkunft adressiert die vom Parlament geäußerten Bedenken, indem sie verstärkte Transparenz und eine tiefere Einbeziehung der Sozialpartner in die Handelsbeziehungen der EU, einschließlich der fortlaufenden Überwachung von Handelsabkommen, verspricht. Der ursprüngliche „Mini-Deal“ wurde während der Präsidentschaft von Donald Trump initiiert, um die damals eskalierten Handelsspannungen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten zu mildern. Im Zuge dieser Vereinbarung hatten auch die USA ihrerseits Zölle auf bestimmte europäische Erzeugnisse wie Trüffel, ausgewählte Fleischwaren und Gebäck aufgehoben. Die gesamte Vereinbarung bewirkt eine geschätzte jährliche Reduzierung der Einfuhrzölle um insgesamt 150 Millionen Euro. Dabei entfallen rund 120 Millionen Euro auf Einsparungen für die Europäische Union und etwa 30 Millionen Euro auf die Vereinigten Staaten.