Die Normalisierung der Energiepreise und der damit verbundenen Inflation in Deutschland wird sich voraussichtlich noch bis Ende 2027 hinziehen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse von Deutsche Bank Research, wie aus einem Bericht der "Welt am Sonntag" hervorgeht. Heike Mai, eine Analystin der Deutschen Bank, geht davon aus, dass sich die Energiepreise für Konsumenten frühestens zum Jahresende 2027 auf einem Niveau einpendeln werden, das als "normal" bezeichnet werden kann. Eine Rückkehr zu den niedrigen Preisen von vor 2021, also vor Beginn der Energiekrise, ist dabei unwahrscheinlich. Stattdessen sei eine Stabilisierung auf einem dauerhaft erhöhten Niveau zu erwarten. Die Hauptursachen für diese verzögerte Entwicklung sind vielfältig. Insbesondere die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der Krieg in der Ukraine wirken sich belastend auf die globalen Energiemärkte aus. Hinzu kommen strukturelle Probleme in den globalen Lieferketten sowie die Kosten, die durch die Dekarbonisierung der Wirtschaft und die CO2-Bepreisung entstehen. "Die Energiepreise werden dauerhaft auf einem höheren Niveau bleiben", so Mai. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Inflationsrate. Die durchschnittliche Inflation in Deutschland wird nach Einschätzung der Deutschen Bank Research im laufenden Jahr bei 2,5 Prozent liegen. Für 2025 wird eine leichte Entspannung auf 2,3 Prozent prognostiziert. Dies liegt zwar näher am Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent, jedoch sind die Auswirkungen der gestiegenen Energiekosten auf die Kaufkraft der Haushalte weiterhin spürbar. Besonders betroffen sind einkommensschwächere Haushalte, da die Energieausgaben einen relativ größeren Anteil ihres Budgets ausmachen. Die Expertin betont, dass diese dauerhaft erhöhten Energiekosten die Realität für Verbraucher in den kommenden Jahren prägen werden und eine schnelle Rückkehr zu den früheren Verhältnissen nicht zu erwarten ist.