Aufgrund mehrtägiger heftiger Regenfälle stehen Dämme auf Hawaii vor dem möglichen Bruch. Aus diesem Grund wurden vorsorglich Tausende von Bewohnern in Sicherheit gebracht, und Gouverneur David Ige hat den Notstand für den gesamten Inselstaat ausgerufen. Gleichzeitig erlebt der Westen der Vereinigten Staaten eine außergewöhnliche Hitzewelle. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde ist die Kaupakalua-Talsperre im Norden der Insel Maui bereits über die Ufer getreten. Gouverneur Ige warnte am Montagabend (Ortszeit), dass ein Versagen des über ein Jahrhundert alten Dammes „unmittelbar bevorstehen“ könnte. Die Bewohner, die entlang des Kaupakalua-Baches leben, wurden dringend aufgefordert, sich umgehend in höher gelegene Regionen zu begeben. Der Bach hatte bereits Wohnhäuser überflutet und Straßen in Mitleidenschaft gezogen. Bilder von lokalen Fernsehsendern zeigten, wie schlammige Wassermassen Fahrzeuge fortspülten und ganze Verkehrswege unter Wasser setzten. Der Nationale Wetterdienst hat darüber hinaus eine Warnung vor Sturzfluten für die Inseln Maui und Oahu herausgegeben. Tausende Kilometer weiter östlich, im Westen der USA, herrscht unterdessen eine Hitzewelle, die das Potenzial hat, zahlreiche Rekorde zu brechen. Millionen von Menschen in Kalifornien, Nevada und Arizona sind von Temperaturen betroffen, die deutlich über dem langjährigen Mittel liegen. Im bekannten Death Valley in Kalifornien wurden am Sonntag erschütternde 51 Grad Celsius registriert. Der Nationale Wetterdienst veröffentlichte Hitzewarnungen und appellierte an die Bevölkerung, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und sich vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Es wird erwartet, dass die Hitzewelle noch mehrere Tage anhält und möglicherweise das Stromversorgungsnetz strapaziert. Zusätzlich erhöht sich das Risiko von Waldbränden. Experten stellen eine Verbindung zwischen diesen beiden extremen Wetterphänomenen – den Überschwemmungen auf Hawaii und der Hitzewelle im Westen der USA – und dem Klimawandel her, der zu einer Zunahme an Häufigkeit und Intensität solcher Wetterereignisse beiträgt.