Innerhalb des ADAC hat sich eine grundlegende Meinungsverschiedenheit bezüglich der zukünftigen Ausrichtung des Clubs im Hinblick auf Verbrennungsmotoren und Elektrofahrzeuge offenbart. Ein spezifischer Antrag, der eine „wertfreie und technologieoffene“ Bewertung beider Antriebsarten forderte, wurde vom Präsidium des größten deutschen Automobilclubs abgewiesen. Dieser von ADAC Württemberg eingereichte Vorschlag zielte darauf ab, eine neutrale Perspektive auf die Antriebstechnologien beizubehalten. Die Ablehnung durch das Präsidium markiert jedoch eine klare Haltung des Clubs: Unter der Führung von Präsident Christian Reinicke bekennt sich der ADAC unmissverständlich zu den Klimazielen und sieht die Zukunft primär in der Elektromobilität. Reinicke betonte, dass der Weg eindeutig in Richtung batterieelektrischer Fahrzeuge führe und die Ära der fossilen Brennstoffe einem Ende entgegengehe. Der ADAC als wichtige Stimme der Autofahrer müsse sich dieser Entwicklung anpassen und dürfe sich nicht zurückhalten, wenn es um die Gestaltung der Mobilität der Zukunft geht. Diese Neuausrichtung birgt jedoch auch Risiken für den traditionellen Lobbyisten der Autofahrer. Die Transformation vom „Motorradfahrer-, Autofahrer-, Schifffahrts- und Flugzeugführerclub“ hin zu einem „Mobilitätsclub“, der Elektrofahrzeuge bevorzugt, könnte einen erheblichen Teil der Mitglieder verprellen. Viele ADAC-Mitglieder sind weiterhin auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angewiesen oder bevorzugen diese. Kritiker der aktuellen Entwicklung sehen in der Ablehnung des Antrags eine potenzielle Spaltung der Mitgliederbasis. Sie argumentieren, dass der ADAC, um seine breite Mitgliederstruktur zu erhalten, die Interessen aller Mitglieder berücksichtigen sollte, unabhängig von deren präferierter Antriebsart. Die Entscheidung des Präsidiums ist ein wichtiges Signal vor der anstehenden Delegiertenversammlung, die letztlich über die strategische Ausrichtung des ADAC entscheiden wird. In einer offiziellen Stellungnahme bekräftigte der ADAC zwar seine Unterstützung für die Mobilitätswende, stellte jedoch klar, dass eine rein „technologieoffene“ oder „wertfreie“ Betrachtung angesichts der verbindlichen Klimaschutzziele nicht mehr möglich sei. Die Konsequenz dieser Entscheidung ist, dass sich der ADAC klar für eine Zukunft mit Elektromobilität positioniert und sich damit von einer ehemals allumfassenden und neutralen Haltung gegenüber allen Antriebstechnologien verabschiedet. Dies könnte bei vielen Mitgliedern, die nach wie vor Verbrennungsmotoren fahren, zu Irritationen führen.