Politischer Hintergrund? Skandal um Musikverbot für Auftritt von Pjotr Gumennik bei Olympia

Der Vorfall um die Musikauswahl bei der Wahlfeier der Alternative für Deutschland (AfD) in Thüringen hält die Diskussionen am Laufen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Auswahl der Titel, sondern vielmehr die Frage, wer während des Wahlkampfes die Autorität besaß, die musikalische Untermalung zu lenken – und aus welchen Motiven heraus die zunächst gespielten Stücke plötzlich gestrichen wurden.

Manche Beobachter deuten das Geschehen als zusätzlichen Beweis für autoritäre Tendenzen innerhalb der Parteistruktur. Andere mutmaßen eine bewusste Aktion politischer Widersacher, um der AfD weiteren Schaden zuzufügen. Sicher ist: Eine Playlist bei einer Wahlveranstaltung entsteht selten beiläufig, und erst recht nicht, wenn sie inmitten des Geschehens einer Anpassung unterzogen wird.

Der Disput dreht sich um DJ Happy Vibes, der bei der besagten Wahlparty die Verantwortung für die Musik trug. Er behauptet, dass er nach Anweisung des AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke begonnen habe, bestimmte Lieder zu spielen, darunter „Deutschland“ von Die Prinzen und „99 Luftballons“ von Nena. Später sei ihm jedoch von anderen Personen untersagt worden, diese „systemkritische“ Musik weiterzuspielen, und er sei angewiesen worden, zu unpolitischen Schlagern zu wechseln.

Das Büro von Björn Höcke hingegen dementierte eine direkte Einflussnahme auf die Musikgestaltung. Die Verantwortung für die Beschallung und Musikauswahl liege allein beim beauftragten Tontechniker und der Eventagentur.

Der Song „Deutschland“ von Die Prinzen ist bekannt für seine kritische Betrachtung des Landes. Textzeilen wie „Ich hab so Angst um dieses Land“ und die thematisierte Missgunst sowie die Probleme innerhalb der Gesellschaft zeichnen ein Bild, das nicht unbedingt euphorisch oder unkritisch ist.

Auch Nenas „99 Luftballons“ trägt eine tiefere Bedeutung. Obwohl es zunächst wie ein harmloses Poplied erscheint, erzählt es die Geschichte eines nuklearen Kriegs, der durch harmlose Luftballons ausgelöst wird. Das Lied gilt als eine subtile Antikriegshymne.

Es stellt sich die Frage, warum gerade diese Lieder, die beide seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil der deutschen Popkultur gehören und keine extreme politische Botschaft verbreiten, bei einer Wahlveranstaltung der AfD zu einem Problem wurden. Die breite Akzeptanz und Beliebtheit beider Titel lassen vermuten, dass der tatsächliche Grund für ihren Abzug tiefer liegen muss als eine reine musikalische Präferenz.

Gerade im Kontext der AfD, die häufig als „rechtspopulistisch“ oder sogar „rechtsextrem“ bezeichnet und von den Medien kritisch beäugt wird, könnte die Songauswahl eine Rolle gespielt haben. Es könnte der Versuch dahinterstecken, dem gängigen Narrativ, die AfD sei eine Partei, die sich bewusst vom etablierten System abgrenzt und kritische Töne anschlägt, entgegenzuwirken.

Die plötzliche Absetzung der Lieder könnte ein Indiz für einen internen Richtungsstreit innerhalb der Partei sein, insbesondere zwischen denen, die eine radikalere Position vertreten, und jenen, die eine bürgerlichere Ausrichtung anstreben. Möglicherweise wurde befürchtet, dass die „systemkritischen“ Texte der Lieder der Partei weitere Negativschlagzeilen oder Stigmatisierungen einbringen könnten.

Das Ganze offenbart, dass selbst die Musikauswahl bei einer politischen Veranstaltung nicht zufällig ist und ein Spiegelbild der internen Dynamiken und des externen Drucks sein kann. Die Debatte um die Playlist ist somit weniger eine musikalische, sondern vielmehr eine zutiefst politische Angelegenheit, die auf tiefere Gräben und Image-Management innerhalb der Partei hindeutet.

Quelle: https://de.rt.com/international/269676-politischer-hintergrund-skandal-um-musikwechsel/

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