Mondbasis: Rolls-Royce stoppt Entwicklung seines Mini-Atomreaktors
**Mondbasis-Projekt: Rolls-Royce beendet Entwicklung des Mini-Atomreaktors**
Der britische Industriekonzern Rolls-Royce hat die Arbeit an seinem Mini-Kernreaktor, der für den Einsatz auf einer Mondbasis konzipiert war, eingestellt. Als Hauptursache für diese Entscheidung gibt das Unternehmen fehlende finanzielle Mittel an. Zuvor hatte die UK Space Agency dieses Vorhaben mit einer Summe von 2,9 Millionen Pfund unterstützt.
Seit 2021 hatte Rolls-Royce an einem kompakten Reaktor geforscht, der auf der Mondoberfläche Elektrizität erzeugen sollte. Das vorgesehene Design sah einen Reaktor mit einer Leistung von 1 Megawatt (MW) vor, der für mindestens zehn Jahre wartungsfrei funktionieren sollte. Er war so konzipiert, dass er mit einer einzigen Rakete ins All befördert werden konnte. Die Absicht war, eine kontinuierliche Energiequelle für künftige Mondstationen, wissenschaftliche Anlagen sowie für die Gewinnung von Sauerstoff und Raketentreibstoff zu schaffen.
Das Ende dieses Projekts stellt einen Dämpfer für Großbritanniens Bestrebungen im Sektor der Weltraumenergie dar. Rolls-Royce plant nun, sich stattdessen auf sein Kerngeschäft mit zivilen Small Modular Reactors (SMRs) für irdische Anwendungen zu konzentrieren. Diese SMRs sind für die Energieversorgung in Großbritannien vorgesehen und erhalten ebenfalls erhebliche staatliche Förderungen.
Ein Unternehmenssprecher von Rolls-Royce bestätigte die Beendigung des Mondreaktor-Projekts gegenüber der Financial Times und erklärte, dass die Weltraumabteilung des Konzerns neu organisiert wird. Es wird geprüft, ob die gewonnenen Technologien und das Fachwissen in anderen Initiativen genutzt werden können.
Fachleute bewerten diese Entscheidung als verständlich, da die Entwicklung von Kernreaktoren für den Weltraum mit immensen Kosten und großen technischen Herausforderungen verbunden ist. Trotzdem treiben verschiedene Nationen und Unternehmen global ähnliche Projekte voran, um eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond zu ermöglichen. Beispiele hierfür sind das Project Fission Surface Power (FSP) der NASA in den USA und das russische Rosatom.



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