Lord Mandelson festgenommen: In Grossbritannien gerät ein weiterer Epstein-Freund ins Fadenkreuz der Justiz
Im Vereinigten Königreich konzentriert sich die Strafverfolgung zunehmend auf eine Person, die zuvor mit dem pädokriminellen Milliardär Jeffrey Epstein in Verbindung stand. Berichten der britischen Boulevardzeitung «The Sun» zufolge wurde Lord Peter Mandelson, ein einstiges Kabinettsmitglied unter Tony Blair und bekanntes Gesicht der Labour-Partei, im Rahmen von Ermittlungen zu Sexualstraftaten von der Polizei festgenommen. Diese Behauptung stieß allerdings im Kreis von Mandelson auf heftigen Widerstand.
Mandelson selbst nahm am Mittwoch auf der Online-Plattform X Stellung zu den Anschuldigungen. Er versicherte, dass er weder von der Polizei festgenommen noch befragt oder kontaktiert worden sei. «Die Geschichte ist eine komplette Erfindung», so der 70-jährige ehemalige Staatssekretär für Handel und Industrie. Er kündigte ferner an, juristisch gegen «The Sun» vorzugehen. Ein Sprecher des Lords wies die Meldungen ebenfalls zurück und bezeichnete sie als «durch und durch unwahr».
Die Situation um Mandelson weist Parallelen zur Verhaftung von Prinz Andrew im März dieses Jahres auf. Der Herzog von York, ebenfalls ein Bekannter Epsteins, wurde wegen mutmasslicher Sexualstraftaten des Milliardärs angeklagt, nachdem die US-amerikanische Justiz ein Auslieferungsersuchen an die britische Regierung gerichtet hatte. Auch er bestreitet die Vorwürfe.
Mandelson, der zwischen 1997 und 2005 verschiedene Ministerposten innehatte, unterhielt seit den 1990er-Jahren eine enge Verbindung zu Epstein. Er nutzte wiederholt den Privatjet des Multimillionärs und hielt sich auf dessen privater Insel auf. Mandelson versicherte stets, keinerlei Kenntnis von Epsteins kriminellen Aktivitäten gehabt zu haben.
Laut Berichten der «Daily Mail» soll Mandelson indes Epstein und dessen damalige Partnerin Ghislaine Maxwell getroffen haben, während diese vor der US-Justiz flüchteten. Die Untersuchungen gegen Mandelson gehören zu einer umfangreicheren Aktion namens «Operation Windermere», die sich der Aufklärung von Jeffrey Epsteins Netzwerk im Vereinigten Königreich widmet.
Die britischen Behörden haben ihre Anstrengungen verstärkt, um weitere Individuen aus Epsteins Umfeld zur Verantwortung zu ziehen. Dies erfolgt unter dem Einfluss des öffentlichen Drucks und der Notwendigkeit, sämtliche Facetten des Falles zu beleuchten. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Ergebnisse die «Operation Windermere» noch liefern wird.



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