iPhone Air: Bastler schafft, was Apple nie wollte

Ein kreativer Tüftler verwirklicht das iPhone Air – eine Entwicklung, die Apple wohl nie anstrebte.

Apple genießt einen Ruf für seine eleganten und stromlinienförmigen Erzeugnisse. Gelegentlich hat jedoch das Design Vorrang vor der Funktionalität, wie die Abschaffung der Kopfhörerbuchse beweist. Ein versierter Modder namens Scotty Allen, bereits anerkannt für seine früheren iPhone-Umbauten, hat sich nun einer neuen Herausforderung gestellt: Er konstruierte ein „iPhone Air“, eine erheblich schlankere Variante des iPhone X.

Scotty Allens Ambition war es, das iPhone X auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren. Dazu entfernte er alle Bauteile, die nicht zwingend für die essenzielle Funktionsweise des Geräts erforderlich waren.

Obwohl die Vorstellung eines schlankeren iPhones vielleicht unkompliziert erscheint, erweist sich die praktische Umsetzung als außerordentlich komplex. Heutige Smartphones sind randvoll mit winzigen und eng miteinander verbundenen Bauteilen. Zur Realisierung seines Vorhabens musste Allen die Ladespule für kabelloses Laden, den Vibrationsmotor und Teile des Lautsprechers entfernen. Selbst ein Segment des Lightning-Ports fiel der Modifikation zum Opfer.

Die bedeutendste Hürde jedoch war der Akkumulator, da dieser den Löwenanteil des Innenraums eines Mobiltelefons beansprucht. Allen tauschte den ursprünglichen 2.716 mAh Akku gegen eine wesentlich kompaktere und flachere Version mit lediglich 1.360 mAh aus. Die Konsequenz daraus war eine erheblich verkürzte Batterielaufzeit.

In Summe gelang es ihm, die Bauhöhe des iPhone X von 7,7 mm auf lediglich 3,8 mm zu verringern (ohne Berücksichtigung des Kamerabuckels). Das vollendete „iPhone Air“ präsentiert sich bemerkenswert flach, beinahe papierdünn.

Wenngleich das Gerät grundsätzlich funktionsfähig ist, sind die damit verbundenen Zugeständnisse unübersehbar. Neben der drastisch reduzierten Akkulaufzeit sind die Audioqualität der Lautsprecher gemindert, induktives Laden ist nicht länger realisierbar und haptisches Feedback entfällt.

Dieses Vorhaben demonstriert eindrucksvoll die Gründe für Apples spezifische Bauweise seiner iPhones. Die gegenwärtige Gerätedicke stellt einen Kompromiss zwischen Ästhetik und Nutzbarkeit dar, der eine Vielzahl an „verborgenen“ Bauteilen umfasst, die für die tägliche Anwendung unverzichtbar sind. Ein extrem schlankes iPhone ist technisch umsetzbar, jedoch für den Alltagsgebrauch wenig praktikabel.

Scotty Allen hat den gesamten Modifikationsprozess in einem umfangreichen YouTube-Video festgehalten, welches die aufgetretenen Schwierigkeiten und die gefundenen Lösungswege detailliert beleuchtet.

Durch sein „iPhone Air“ beweist Scotty Allen, dass ein äußerst dünnes iPhone zwar realisierbar ist, dies aber nur mit erheblichen Kompromissen einhergeht. Dadurch bestätigt er die Designprinzipien von Apple, die stets ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ästhetik, Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit anstreben.

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