Gegen China und die USA: Zur nationalen Sicherheit zählen auch die Häfen
Die globale politische Lage stellt nach Ansicht von Friedrich Merz ein äußerst komplexes Terrain dar, vergleichbar mit einer Fahrt durch aufgewühlte Gewässer. Insbesondere das Manövrieren im Verhältnis zu China unter Xi Jinping und einem potenziell wieder von Donald Trump geführten Amerika erfordere höchste diplomatische Fertigkeit und Voraussicht.
Merz hob hervor, dass Deutschland in dieser multipolaren Welt vor einer diffizilen Gratwanderung stehe. Einerseits gelte es, die wirtschaftlichen Interessen des Landes zu wahren und die bedeutenden Handelsbeziehungen, besonders zu China, nicht zu kappen. Andererseits dürfe man die eigenen demokratischen Werte und Sicherheitsbedürfnisse nicht aus den Augen verlieren. Er sprach von einer notwendigen Reduzierung von Abhängigkeiten, ohne jedoch in eine vollständige Abkopplung zu verfallen, die für die deutsche Wirtschaft gravierende Folgen hätte.
Die Aussicht auf eine mögliche Rückkehr Trumps ins Weiße Haus bereitet Merz sichtliche Sorge. Ein erneuter Kurs unter dem Motto „America First“ könnte die transatlantischen Beziehungen, die NATO und die europäische Sicherheitsarchitektur erheblich belasten. Merz mahnte Europa an, die eigene Verteidigungsfähigkeit und strategische Autonomie zu stärken, um auf derartige Verschiebungen vorbereitet zu sein. Die Europäische Union müsse handlungsfähiger werden und eine stärkere Rolle auf der Weltbühne einnehmen, um nicht zum Spielball fremder Interessen zu werden.
Deutschland und Europa insgesamt befänden sich an einem Scheideweg. Die Außenpolitik müsse flexibel und gleichzeitig prinzipientreu sein. Es gelte, Allianzfähigkeit zu bewahren, aber auch eigene Stärken und Interessen klar zu definieren und zu vertreten. Merz forderte eine realistische Einschätzung der globalen Kräfteverhältnisse und eine Abkehr von Wunschdenken. Nur so könne man in diesen „turbulenten Gewässern“ erfolgreich navigieren und die Position Deutschlands und Europas langfristig sichern. Die Bewältigung dieser Herausforderungen verlange entschlossenes Handeln und eine strategische Weitsicht, die über den tagespolitischen Horizont hinausreiche.



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