Calibre: Siemens kauft Canopus AI für Wafer-Fertigung
Siemens erweitert sein Calibre-Portfolio mit Canopus AI für optimierte Wafer-Herstellung
Siemens verstärkt sein Angebot im Bereich Electronic Design Automation (EDA) durch die Übernahme von Canopus AI, einem jungen Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley. Canopus AI konzentriert sich auf die Entwicklung von Software, die künstliche Intelligenz nutzt, um die Fertigungsabläufe von Wafern zu beschleunigen und gleichzeitig die Kosten in der Halbleiterindustrie zu mindern. Diese neuen Technologien sind für die Integration in Siemens EDAs Calibre-Produktreihe vorgesehen.
Canopus AI nutzt Ansätze des maschinellen Lernens, um die Herstellung von Masken und die Belichtung von Wafern (Lithografie) zu optimieren. Dies ist besonders bedeutsam für die Fehlererkennung und -behebung während der Chipfertigung. Die Lithografieverfahren sind von zentraler Bedeutung, da sie die Strukturgrößen der Chips definieren und somit deren Leistungsfähigkeit und Produktionskosten beeinflussen. Traditionell sind die zur Prozesskontrolle eingesetzten Methoden, wie beispielweise umfangreiche Verifikationsläufe mit neu produzierten Chips, sowohl zeitraubend als auch kompliziert. Canopus AI weicht davon ab, indem es KI-Modelle einsetzt, die darauf ausgelegt sind, Herstellungsfehler vorauszusehen. Dies erlaubt eine zügigere Anpassung von Lithografie-Anlagen und Masken. Das Ergebnis ist eine deutliche Verkürzung der Produktionszyklen („Cycle Times“) und eine schnellere Markteinführung („Time to Market“) für innovative Chipdesigns.
Siemens EDA, das aus der früheren Akquisition von Mentor Graphics entstanden ist, zählt zu den führenden Anbietern im Segment der Electronic Design Automation (EDA). Die Calibre-Produktreihe bildet hierbei eine zentrale Säule für die Verifizierung von integrierten Schaltkreisen (IC) und deren Produktion. Mit dieser Übernahme festigt Siemens seine Stellung bei Lösungen, die den gesamten Prozess von der Entwicklung bis zur Fertigung („Design-to-Manufacturing“) abdecken, und beabsichtigt, die Marktreife neuer Halbleitererzeugnisse noch weiter zu beschleunigen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gewinnt entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Halbleiterbranche zunehmend an Bedeutung. Siemens hat bereits in anderen Bereichen auf KI-Technologien gesetzt, beispielsweise zur Fehleridentifizierung in Produktionsstätten oder für die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance). Canopus AI wurde von erfahrenen Fachleuten der Industrie ins Leben gerufen.
Spezifische Einzelheiten der Übernahme, wie etwa die Höhe des Kaufpreises oder sonstige Vertragsbedingungen, blieben unveröffentlicht. Die Belegschaft von Canopus AI wird in die Organisation von Siemens EDA eingegliedert.



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