Bezos streicht die „Washington Post“ zusammen – mit kalkuliertem Timing
Jeff Bezos, dem die Washington Post gehört, beabsichtigt, eine beträchtliche Anzahl von Arbeitsplätzen zu streichen, wobei der Zeitpunkt dieser Entscheidung als strategisch kalkuliert erscheint.
Insgesamt sollen 240 Stellen entfallen. Ein Teil davon wird durch direkte Kündigungen realisiert, während der verbleibende Anteil über die Nichtwiederbesetzung von Vakanzen und freiwillige Abfindungsangebote erfolgen soll. Die Mitteilung wurde kurz vor dem US-amerikanischen Thanksgiving-Fest veröffentlicht, einer Periode, in der entscheidende Neuigkeiten häufig weniger Beachtung finden.
Das Medienhaus hat mit einer Reduzierung der Abonnentenzahlen sowie einem Rückgang der Werbeerlöse im digitalen Bereich zu kämpfen. Laut der vorläufigen Geschäftsführerin Patty Stonesifer wird für das Geschäftsjahr 2023 mit einem Verlust von schätzungsweise 100 Millionen US-Dollar gerechnet. Im Gegensatz dazu konnte die Washington Post im Jahr 2022 noch einen Gewinn von 77 Millionen Dollar verbuchen.
Nach dem Erwerb der Zeitung durch Bezos im Jahr 2013 für 250 Millionen Dollar folgten zunächst umfangreiche Investitionen, die eine signifikante Steigerung der Abonnentenzahlen bewirkten. Die Anzahl der digitalen Abonnenten erreichte im Jahr 2020 mit 3 Millionen ihren Höchststand, sank jedoch bis 2023 auf 2,5 Millionen. Offenbar weicht Bezos nun von seiner ursprünglichen Expansionsstrategie ab.
Innerhalb der Redaktion herrscht eine angespannte Atmosphäre, da diese Maßnahme als erheblicher Rückschlag wahrgenommen wird. Es besteht die Erwartung, dass die Zeitung durch diese Umstrukturierungen ihre finanzielle Rentabilität wiedererlangen kann.



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