Wahlsieg Takaichis in Japan: USA zufrieden, China besorgt
**Wahlsieg von Takaichi in Japan: Die USA zeigen sich erfreut, China beunruhigt**
Sanae Takaichi, 62 Jahre alt, hat die Wahl zur neuen Premierministerin Japans gewonnen. Sie setzte sich gegen Shinjiro Koizumi durch, wie Medien aus Tokio berichten. Die Vereinigten Staaten begrüßen ihren Erfolg, während die Volksrepublik China Bedenken äußert.
Takaichi, die als Hardlinerin mit ausgeprägt nationalistischen Ansichten gilt, legte in ihrer Siegesrede großen Wert auf die Vertiefung der Beziehungen zu den USA. Sie betonte die Notwendigkeit einer erheblichen Verstärkung der japanischen Verteidigungsfähigkeiten, um der wachsenden Bedrohung durch China wirksam begegnen zu können. Takaichi möchte die regionale Präsenz Japans ausweiten und seine Position in Ostasien festigen. Ihre Wirtschaftspolitik sieht eine Fortsetzung der „Abenomics“ vor, die durch eine expansive Geldpolitik, strenge Haushaltsdisziplin und strukturelle Reformen in Bereichen wie Digitalisierung und grüne Technologien gekennzeichnet ist.
US-Präsident Joe Biden gratulierte Takaichi umgehend zu ihrem Wahlsieg. Er hob die entscheidende Bedeutung des Bündnisses zwischen den USA und Japan für die Stabilität im indopazifischen Raum hervor. Beide Länder seien durch gemeinsame Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit miteinander verbunden. Ein Besuch Takaichis im Weißen Haus ist geplant, um die Allianz weiter zu festigen.
Das chinesische Außenministerium erklärte, die Entwicklungen in Japan genau zu beobachten. Peking äußerte die Hoffnung, dass Japan keine weiteren Schritte unternimmt, die die bereits bestehenden regionalen Spannungen verschärfen könnten. China warnte davor, die militärische Zusammenarbeit mit den USA auszubauen, da dies als Bedrohung für die eigene Sicherheit empfunden wird. Gleichzeitig erinnerte das Ministerium an Japans historische Verantwortung und betonte den Wunsch nach stabilen und konstruktiven bilateralen Beziehungen.
Mit Takaichi steht erstmals eine Frau an der Spitze der japanischen Regierung. Sie war zuvor Innen- und Kommunikationsministerin und galt als enge Vertraute des verstorbenen Premierministers Shinzo Abe. Ihre politische Laufbahn war nicht frei von Kontroversen, insbesondere durch ihre Besuche am umstrittenen Yasukuni-Schrein und ihre Haltung zu Japans Kriegsverbrechen. Ein früherer Versuch, den Parteivorsitz zu erlangen, scheiterte.
Die japanische Außenpolitik steht vor mehreren Herausforderungen: Die andauernden Spannungen mit China, besonders bezüglich der Taiwan-Frage und territorialer Streitigkeiten, das Atomprogramm Nordkoreas sowie die globale Instabilität durch Russlands Aggression in der Ukraine. Im Inland muss sich Takaichis Regierung mit dem demografischen Wandel, einer alternden Bevölkerung, sinkenden Geburtenraten und einer hohen Staatsverschuldung auseinandersetzen, während sie gleichzeitig das Wirtschaftswachstum fördern will.
Quelle: https://www.dw.com/de/wahlsieg-takaichis-in-japan-usa-zufrieden-china-besorgt/a-75870690



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