Tourismus: Grüne: Nachhaltigkeit muss Leitbild für Tourismus sein
In Dresden bekräftigt die Landtagsfraktion der Grünen die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit als oberstes Prinzip für den sächsischen Tourismus zu etablieren. Sie plädiert für eine „touristische Neuausrichtung“, die sich von einem Fokus auf bloßes Mengenwachstum löst und stattdessen einen zukunftsfähigen sowie verantwortungsvollen Fremdenverkehr anstrebt.
Obwohl der Tourismus einen wesentlichen Wirtschaftszweig in Sachsen darstellt, sieht er sich mit erheblichen Problemen konfrontiert. Claudia Maicher, die Sprecherin der Fraktion für Tourismuspolitik, erklärte am Donnerstag in Dresden, dass „Klimawandel, der Verlust der Artenvielfalt und die Verknappung von Ressourcen“ die Ergebnisse eines Wirtschaftsmodells sind, zu dessen negativen Auswirkungen der derzeitige Tourismus häufig noch beiträgt.
Aus diesem Grund fordert die Grüne Landtagsfraktion eine überarbeitete „Tourismusstrategie Sachsen“, die ausdrücklich ökologische und soziale Nachhaltigkeit in den Vordergrund rückt und sich von der alleinigen Orientierung an wirtschaftlichem Wachstum distanziert. Dies beinhaltet unter anderem die Förderung einer nachhaltigen Mobilität, etwa durch den gezielten Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und des Radwegenetzes. Ebenso entscheidend sind die Stärkung lokaler Wertschöpfungsketten, beispielsweise durch die Förderung regionaler Erzeugnisse und traditioneller Handwerkskunst, sowie der konsequente Schutz der biologischen Vielfalt. Gleichzeitig sei die Einführung spezifischer Förderprogramme für Projekte und Betriebe im Bereich des nachhaltigen Tourismus unerlässlich.
Derzeit zeichnet sich der sächsische Tourismus primär durch eine starke Abhängigkeit vom Individualverkehr und eine Ausrichtung auf Tagesbesuche aus. Diese Konstellation resultiert in erheblichen CO2-Emissionen und führt zu einer Überbeanspruchung populärer Regionen, darunter die Sächsische Schweiz und das Erzgebirge.
Das angestrebte Ziel ist es, längere Aufenthalte zu fördern, die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zu intensivieren und die Besucherströme gleichmäßiger über die gesamte Region – einschließlich weniger frequentierter Gebiete – zu verteilen. Dies würde positive Effekte für die lokale Bevölkerung, die Umwelt und das Klima nach sich ziehen.
Maicher bekräftigte abschließend: „Nachhaltigkeit muss die Basis des zukünftigen Tourismus in Sachsen bilden.“



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