Was der AMS-Deal mit Infineon bedeutet [premium]

Die Bedeutung der Transaktion zwischen ams und Infineon

Nach einer Phase der Ungewissheit wurde der Erwerb der früheren Chip-Fertigungsstätte von ams, einem steirischen Unternehmen, durch Infineon bekannt gegeben. Im Zuge dieser Übernahme werden etwa 300 Arbeitskräfte, die bisher in der Fertigung bei ams tätig waren, zu Infineon wechseln. Die genauen Auswirkungen dieser Vereinbarung auf die Region und die betroffenen Angestellten werden nachfolgend beleuchtet.

Ams, welches früher ein bedeutender Arbeitgeber in der Steiermark war, hatte in den letzten Jahren eine strategische Neuausrichtung vorgenommen. Der Konzern verlagerte seinen Fokus verstärkt auf Sensorik-Lösungen, wodurch die interne Chipfertigung an Bedeutung verlor. Dieses sogenannte „fabless“-Geschäftsmodell, bei dem die Herstellung an externe Spezialisten vergeben wird, führte dazu, dass die Halbleiterfabrik in Unterpremstaetten nicht länger zum Kerngeschäft gehörte.

Infineon erwirbt die 200-Millimeter-Wafer-Produktionsanlage von ams, die sich in Unterpremstaetten befindet. Die Transaktion beinhaltet einen Kaufpreis von 170 Millionen Euro. Dabei behält ams bestimmte Aktivposten sowie das Gebäude und das Grundstück, welche im Rahmen einer langjährigen Mietvereinbarung an Infineon verpachtet werden.

Ein zentraler Aspekt für die betroffene Region ist die Übernahme von ungefähr 300 Angestellten, die zuvor in der Fertigung bei ams beschäftigt waren, durch Infineon. Das erwerbende Unternehmen sichert diesen Mitarbeitern eine Jobgarantie bis Ende 2026 zu. Diese Zusicherung bedeutet eine erhebliche Entlastung für die Belegschaft, deren Arbeitsplätze aufgrund der strategischen Umstellung von ams als gefährdet galten. Die Unternehmenszentrale von ams verbleibt weiterhin in Unterpremstaetten und wird auch in Zukunft Hunderte von Mitarbeitern beschäftigen.

Aus Sicht von ams vollendet der Verkauf die Hinwendung zu einem vollkommen Fabless-orientierten Geschäftsmodell. Das Unternehmen kann sich nun uneingeschränkt auf seine Sensor-Technologien fokussieren und die Entwicklung neuartiger Produkte beschleunigen. Des Weiteren prognostiziert ams jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von circa 100 Millionen Euro. Zugleich gewährleistet eine langfristige Lieferabsprache mit Infineon die Versorgung von ams mit essenziellen Komponenten.

Infineon festigt durch diese Akquisition seine Stellung in der Halbleiterproduktion. Die zusätzliche Produktionskapazität ist dringend erforderlich, um der wachsenden Chipnachfrage gerecht zu werden und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten zu erhöhen. Besonders im Segment der Leistungshalbleiter sowie der Analog-/Mixed-Signal-Bausteine wird Infineon von der neuen Anlage profitieren. Die strategisch vorteilhafte Lage in der Steiermark sowie das Vorhandensein qualifizierter Arbeitskräfte waren zusätzliche Anreize für den Erwerb.

Die steirische Landesrätin für Wirtschaft, Barbara Eibinger-Miedl, würdigt die Vereinbarung als bedeutendes Zeichen für den Hightech-Standort Steiermark. „Die Präsenz von Infineon stärkt die Region und garantiert langfristig qualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten“, erklärte Eibinger-Miedl. Sie hob die Relevanz der Halbleiterbranche für die Steiermark und die positiven Effekte auf die lokale Wertschöpfung hervor.

Der Vollzug der Transaktion wird voraussichtlich bis zum Jahresende 2022 erfolgen, sofern die notwendigen behördlichen Genehmigungen erteilt werden.

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